Zielsetzung
Die Erkenntnis von der Einheit der Menschheit ist gemäß der Bahá'í-Lehre die grundlegende Voraussetzung für eine Neuordnung und Befriedung der Gesellschaft. Hierbei ist die Gleichberechtigung der Geschlechter ein entscheidender Grundsatz. Nach der Bahá'í-Lehre ist wirklicher Fortschritt in Gesellschaft und Politik erst dann zu erwarten, wenn dieser Grundsatz keine hehre Idee bleibt, sondern im Denken und Handeln aller Menschen,
Männer wie Frauen, akzeptiert und praktiziert wird. Ausdrücklich wird die Gleichberechtigung der Geschlechter als eine der Vorbedingungen für einen dauerhaften Frieden in der Welt genannt. Die künftige Weltkultur wird davon geprägt sein, daß "die männlichen und weiblichen Elemente ... ausgeglichen sein werden."*. Daher ist die Forderung der Gleichberechtigung der Geschlechter weder ein Anliegen, dessen Verwirklichung ausschließlich den Frauen zugute kommt - es geht hierbei nicht um den Wunsch nach bloßer Selbstverwirklichung der Frauen -, noch eine Aufgabe, die allein die Frauen zu übernehmen haben. Vielmehr ist die Beteiligung von Frauen an Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen eine Notwendigkeit für die Entwicklung der gesamten menschlichen Gesellschaft.
* vgl. Esslemont; Bahá'u'lláh und das neue Zeitalter, S. 173, Bahá'í-Verlag GmbH, Hofheim-Langenhain
Aufgaben

- Eine junge Frau des von den Bahá’í-Lehren inspirierten Barli Development Institute for Rural Women in Indore, Indien.
Einerseits sollen durch gezielte Förderung, Schulung und Ermutigung an der Basis möglichst viele Frauen befähigt werden, das geistige Klima im sozialen Umfeld vor Ort - d.h. in der Partnerschaft, in der Familie, im Beruf - und in der Gesellschaft entscheidend zu prägen. Dies bedeutet z.B., daß Frauen. durch Seminare, Workshops, etc. ermutigt werden, bestehende Bildungschancen und Zugangsmöglichkeiten aktiv zu nutzen, um auf diese Weise fähig zu werden, sich mit den Männern gemeinsam als gleichermaßen kompetente Partnerinnen selbstbewußt und verantwortungsvoll am Gestaltungsprozess unserer Gesellschaft zu beteiligen. Das bedeutet aber auch, daß Männer ermutigt werden, den Frauen gleiche Bildungschancen einzuräumen und die Gleichstellung der Geschlechter im Alltag zu praktizieren.
Andererseits hat sich das BFF die Aufgabe gestellt, den Grundsatz der Gleichberechtigung der Geschlechter, wie er in den Bahá`í-Lehren verankert ist, einer breiten Öffentlichkeit bewußt zu machen. Aufgrund der Aktivitäten zahlreicher nationaler und internationaler Frauenorganisationen sowie anderer Nicht-Regierungsorganisationen (NGO) insbesondere im Anschluß an das von der UNO ausgerufene Jahrzehnt der Frau (1975 - 1985) konnte in vielen einzelnen Bereichen die Stellung der Frau in der Gesellschaft deutlich verbessert werden. Das BFF wird durch Zusammenarbeit mit diesen Organisationen diesen Fortschritt fördern und zugleich die Bedeutung der Gleichberechtigung für die zukünftige Zivilisation im Bewußtsein aller vertiefen.

